Die Deutsche Reformation


Interview mit dem Autor
über das Theaterstück „Die deutsche Reformation“
vom 18.10.2019

Interviewer Herr Höpner, wie kamen Sie auf die Idee ein Theaterstück über die Reformation zu schreiben?

Autor Ich selbst gehe schon lange „reformatorischen Gedanken“ nach. Ich habe am 31.10.2017 meine eigenen Thesen veröffentlicht und habe in der Folge, wie Luther, ebenfalls Schwierigkeiten bekommen.
2017 war wegen des Lutherjahres viel zu lesen und zu sehen. Davon habe ich mich inspirieren lassen und mich ab April 2018 eingehender mit der Zeit der Reformation beschäftigt.

Interviewer Was ist Ihnen bei dem Stück wichtig?

Autor  Das Stück ist historisch. So gut wie alles, was Luther, Erasmus und Melanchthon in dem Stück sagen, haben sie tatsächlich auch so gesagt, bzw. geschrieben. Auch wenn man sich das manchmal nur schwer vorstellen kann.
Für mich war es wichtig die deutsche Reformation und die Hauptbeteiligten authentisch darzustellen.  Immer verbunden mit der Absicht die Geschichte zu verstehen und aus ihr zu lernen. Tatsächlich gibt es viele Parallelen in unserer Zeit.

Interviewer Welche Parallelen?

Autor Auch wir leben in einer Zeit, in der die Weltordnung hinterfragt wird. Die Menschen vertrauen den religiösen und politischen Führern nicht mehr blind, sondern wollen selber denken und sich selber äußern.

Interviewer In dem Stück kommen auch nicht-historische Ereignisse und Rollen vor.

Autor   Das Stück soll dem Zuschauer die Zeit der Reformation auf unterhaltsame Weise näherbringen. Deshalb habe ich in allen 4 Akten eine zusätzliche, fiktive Rolle eingebaut. Die Aufgabe der Rolle besteht darin zusätzliche Informationen zu liefern und dem Stück die Richtung vorzugeben. Sie soll das schwierige und ernste Geschehen auch mit Witz und Humor auflockern.

Interviewer Wie ist das Stück aufgebaut?

Autor  Das etwa 90-minütige Stück ist in vier Akte gegliedert.
Im ersten Akt wird Luther von der Gesandtin des Kurfürsten im Jahre 1521 auf der Wartburg besucht.
Im zweiten Akt treten Luther und Erasmus 1525 in einem Rededuell über den freien Willen gegeneinander an. Durch die Sendung führt eine Moderatorin.

Interviewer Ein Rededuell, das so nie stattgefunden hat.

Autor  Das stimmt. Tatsächlich haben sich die beiden schriftlich in ihren Publikationen angegriffen. Mir ging es darum das Charakteristische und Wesentliche für den Zuschauer leicht verständlich aufzuarbeiten, ohne dass dies auf Kosten der Genauigkeit ging.
Im dritten Akt befindet sich Melanchthon 1530 auf dem Reichstag in Augsburg, während Luther auf der Veste Coburg verweilen muss. Soweit alles historisch. Zwischen beiden überbringt in dem Stück die gleiche Botin den Schriftverkehr und führt Gespräche mit den beiden Reformatoren. Weil sie die Briefe öffnet und überfliegt, bleibt sie, und damit der Zuschauer, auf dem Laufenden.

Autor  Im vierten Akt befinden wir uns in der Gegenwart wieder auf der Wartburg. Der zeitversetzte Luther muss sich mit der Geschichte, der Gegenwart und einer modernen Gelehrten auseinandersetzen. Danach folgt noch ein kurzer Schluss.

Interviewer Neunzig Minuten. Ist das nicht etwas zu lange für den modernen Zuschauer?

Autor  Neunzig Minuten ist Spielfilmlänge. Die Gliederung des Stückes ermöglicht aber auch die Aufführung einzelner Teile.
Der erste Teil „Mit Martin Luther auf der Wartburg“, besteht aus dem ersten und vierten Akt und dem kurzen Schluss. Den zweiten Teil bildet das „Rededuell zwischen Luther und Erasmus“. Und der dritte Teil schildert den „Augsburger Reichstag“. Alle drei Teile sind ungefähr eine halbe Stunde lang.

Interviewer Und wo wollen Sie das Stück aufführen?

Autor   Das Stück eignet sich wegen seiner historischen Genauigkeit gut für Bildungseinrichtungen. An der Schule könnte es in einer Doppelstunde von der Theatergruppe der Schule oder von einer externen Theatergruppe aufgeführt werden. In Fächern wie Geschichte, Religion, Ethik oder auch Deutsch.
Aber natürlich auch in christlichen Gemeinden, an historischen Schauplätzen und schließlich auch an öffentlichen Theatern.

Interviewer Und mit wem wollen Sie das Stück zuerst aufführen?

Autor   Mir schwebt ein ökumenisches Projekt vor. Unterschiedliche Konfessionen sollen sich beteiligen.

Interviewer Und wie ist es mit den Schauspielern?

Autor   Es sind wenigstens sieben Rollen zu besetzen. Luther, Melanchthon und Erasmus. Dann die vier Rollen Gesandte, Moderatorin, Botin und Gelehrte. Theoretisch könnten diese vier Rollen von derselben Person verkörpert werden.
Mir ist wichtig, dass die Schauspieler zu dem Projekt stehen und engagiert und zuverlässig sind.

Interviewer Und was können Sie den Schauspielern bieten?

Autor   Ein interessantes Projekt und die Beteiligung an einer Uraufführung und natürlich sollen es die Schauspieler nicht umsonst machen.  

Interviewer Dann wünschen wir Gelingen und bedanken uns für das Gespräch.

 

 

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